CSW70 - Bericht
Trotz gegenläufiger politischer Strömungen war die Session der Commission on the Status of Women CWS70 vom 9. bis 19. März 2025, in New York, die sich für die Rechte der Frauen weltweit einsetzt, ein hochdotierter, diplomatischer Grossanlass.
Dank der Grosszügigkeit des befreundeten kanadischen Verbands beziehungsweise der schweizerischen NGO Coordination Post Beijing, die je eine Teilnehmerin in ihre Delegation aufnahmen, war der SVA praktisch durch vier Teilnehmerinnen vertreten statt der zwei, die in der schweizerischen GWI-Delegation vorgesehen sind. Co-Präsidentin Ursula Bolli-Schaffner, CIR Monica Chirita Leménager, Karoline Dorsch und Isabel Bolli folgten den Highlights und ausgesuchten Side- und Prallelevents der CSW70.
Herausragend war die Rede des UNO-Generalsekretärs Antonio Guterrez, insbesondere aus Schweizer Sicht die Beiträge des ehemaligen BR und jetzigen Generalsekretärs des Europarats, Alain Berset, in mehreren Side-Events sowie die von der ständigen Mission der Schweiz an der UNO für geladene Gäste ausgerichtete Veranstaltung zum internationalen Tag der Frau. Dank der guten Zusammenarbeit der (Co-)Präsidentin mit der Mission und dem Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG konnte die gesamte SVA-Delegation teilnehmen. Die Worte unserer Bundesrätin, Elisabeth Baume-Schneider sowie u.a. Annalena Baerbocks, Präsidentin der UNO-Generalversammlung, waren sehr eindrücklich und rückten den Schutz der Rechte der Mädchen und Frauen ins Zentrum.
Der Tenor aller oben erwähnten Referate u.a.m. war die grosse Besorgnis über den drohenden Rückgang der Sensibilität gegenüber Genderanliegen allgemein und Frauenrechten im Besonderen, denn Frauenrechte sind Menschenrechte schlechthin, so die Schlussworte von BR Baume-Schneider, sinngemäss, "es gibt keine Menschenrechte ohne Frauenrechte, keine Demokratie ohne Menschenrechte, keinen Frieden und keine Sicherheit ohne Demokratie."
- "Protect democracy, defend gender equality", organised by The Permanent Mission of Denmark to the UN, the Permanent Mission of Latvia to the UN, and the Nordic Council of Ministers
- "Countering backlash and safeguarding women's rights", organised by the Council of Europe Parliamentary Assembly (PACE) Committee on Equality and Non-Discrimination and its Network Women Free from Violence
- "Policing the Pixel: Gender, Tech, and Justice", organised by the Council of Europe within the framework of the Moldovan Presidency of the Committee of Ministers
Für die Arbeit des SVA ebenso wichtig war das Treffen aller schweizerischen NGO-Delegationen in der Ständigen Mission der Schweiz an der UNO – ebenfalls im Beisein von BR Baume-Schneider, ausserdem Botschafterin Pascale Baeriswyl und Co-Direktorin des EBG, Stéphanie Lachat. Thema des Austausches war die Gefahr des Prekariats der Frauen im Alter. Die Delegation des SVA machte geltend, dass Prävention notwendig sei. Die Frauen zwischen 40 und 60, aus Sicht des SVA der akademische Mittelbau, müssten mehr Unterstützung erfahren, sodass sie ihre (akademische) Karriere trotz möglicher Unterbrüche und Umwege (Mutterschaft, Anpassung an den Standort des Partners/der Partnerin, neue "Anläufe" in neuen Berufssektoren) weiterentwickeln und festigen könnten.
Verbandsintern schliesslich, war das Treffen der Co-Präsidentin mit der neuen Präsidentin des GWI, Pat Patton, von Bedeutung. In herzlichem Austausch wurde das Verhältnis vom SVA zum GWI beleuchtet und eventuelle neue Formen der Zusammenarbeit andiskutiert.
Beim Schlusstreffen aller GWI-Delegationen betonte die neue Präsidentin, wie wichtig die Sichtbarkeit der Frauen sei im internationalen Dialog, deshalb sollten möglichst viele GWI-Frauen an der CSW teilnehmen können. GWI verfüge jedoch lediglich über ein Kontingent von 20 Teilnahmeplätzen, die unter den nationalen Mitgliedern des GWI jeweils vergeben würden. Sie empfahl daher den nationalen Verbänden, sich als eigenständige Organisationen beim ECOSOC (Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen) akkreditieren zu lassen, um so eigene Kontingente zu erhalten.
Insgesamt bescherte uns die CSW70 eine intensive Agenda, wertvolle Inspiration und Motivation unser Engagement weiterzuführen.